Wer unter Augenringen leidet, denkt häufig zuerst an Ursachen wie Schlaflosigkeit oder Stress. Diese gehören in der Tat auch zu den häufigsten Ursachen von Augenringen. Aber können Augenringe durch Allergien entstehen? Das ist durchaus möglich, wie wir in diesem Artikel sehen werden.

Im englischsprachigen Raum ist der Zusammenhang zwischen Augenringen und Allergien noch offensichtlicher. Augenringe dieser Art werden auch als ‚Allergic Shiners‘ bezeichnet. Zu diesem Begriff gibt es sogar einen eigenen Wikipedia-Artikel. Shiner können wir umgangssprachlich mit „blaues Auge“ oder „Veilchen“ übersetzen, zusammengesetzt bedeutet dieser Begriff also so viel wie „allergisches Veilchen“.

Können Augenringe durch Allergien entstehen? Ja, das ist mögich.

Dabei handelt es sich nicht nur um eine reine Redensart. Wir werden im folgenden sehen, warum Allergien Augenringe verursachen oder verschlimmern können, und was gegen Augenringe dieser Art hilft.

Was geschieht bei einer Allergie?

Zunächst beschäftigen wir uns aber noch kurz damit, was eine Allergie eigentlich ist. Wer sich dafür nicht interessiert und mehr zum Zusammenhang zwischen Augenringen und Allergien wissen will, kann gerne bis zur nächsten Überschrift nach unten scrollen.

Eine allergische Reaktion beginnt mit körperfremden Stoffen, die von außen in den Körper gelangen. Bekannte Beispiele sind Hausstaubmilben oder Pollen. Hierauf folgt eine Abwehrreaktion des Körpers. Dabei werden unter anderem Stoffe wie Histamin oder Prostaglandine freigesetzt.

Histamin sorgt unter anderem für eine Anschwellung des Gewebes. Im Falle einer allergischen Reaktion können daher zum Beispiel allergisches Asthma oder eine Schwellung der Nasenschleimhäute zu den Symptomen gehören.

Dieses Anschwellen der Schleimhäute ist auch ein Grund dafür, warum eine Allergie Augenringe auslösen kann.

Warum können Allergien Augenringe auslösen?

Für die Frage, warum genau Allergien Augenringe auslösen oder verschlimmern können, gibt es mehrere Erklärungsansätze.

Augenringe durch verstopfte Nase

Eine verstopfte Nase gehört zu den häufigsten Symptomen einer Allergie und einer Atemwegsinfektion. Aber was hat das mit Augenringen zu tun?

Im gesamten Raum um die Augen und Nasennebenhöhlen geht es ziemlich eng zu. Kommt es dort zu Verstopfungen, kann auch das Blut nicht mehr richtig abfließen und es kommt zu einem Blutstau. Staut sich das Blut unterhalb der Augen, ist das von außen in Form von dunklen Augenringe sichtbar. Die Haut um die Augen ist sehr dünn, was diesen Effekt noch deutlich verstärkt.

Auch andere Flüssigkeiten können in diesem Fall weniger gut abfließen (beispielsweise der Lymphfluss). Dadurch können die Augen geschwollen wirken. Das sind dann eher Tränensäcke statt Augenringe, was ein Unterschied ist.

Schlafmangel

Hierbei handelt es sich eher um eine indirekte Ursache. Bei Allergien oder auch Infektionen der Atemwege fällt der Schlaf oft schwer. Das hat auch mit der verstopften Nase zu tun, wodurch es schwieriger ist, Luft zu holen. Auch andere Allergiesymptome wie ständiges Niesen können für Schlaflosigkeit sorgen. Und selbst wenn Sie es geschafft haben einzuschlafen, sorgt die Atemnot vielleicht dafür, dass Sie häufig wieder aufwachen.

Schlaflosigkeit ist eine der häufigsten Ursachen für Augenringe. Und über diesen Umweg können dann auch Allergien Augenringe verschlimmern.

Reiben der Augen

Zu den Symptomen einer Allergie gehören auch tränende und juckende Augen. Und Allergiker neigen dann verständlicherweise dazu, die Haut um die Augen viel zu reiben. Dadurch entstehen rote und gereizte Augen, möglicherweise aber auch Augenringe.

Wie wir bereits gesehen haben, ist die Haut um die Augen besonders dünn und empfindlich. Gerade diesen Bereich sollte man nicht durch starkes Reiben reizen. Im schlimmsten Fall können kleine Blutgefäße aufbrechen, was den Effekt der Augenringe noch verstärkt. Aber auch ansonsten ist das Reiben der Augen nicht empfehlenswert.

Was kann ich gegen Augenringe durch Allergien machen?

Wenn Sie Allergien als Ursache für Ihre Augenringe (oder zumindest eine der Ursachen) erkannt haben, stellt sich jetzt die Frage, was Sie dagegen machen können. Die nachhaltigste Lösung ist es, die Ursachen direkt anzugehen und so das Problem im Keim zu ersticken.

Das ist natürlich einfacher gesagt als getan. Trotzdem gibt es einige Möglichkeiten. Bei einer Hausstauballergie beispielsweise ist es sinnvoll, Staubfänger wie Teppiche zu entfernen und regelmäßig feucht durchzuwischen. Außerdem sollte die Bettwäsche regelmäßig gewaschen werden und es gibt spezielle Bezüge für Hausstauballergiker. Die Luft sollte recht trocken und vergleichsweise kühl sein.

Nasenduschen oder Allergietabletten bei Augenringen

Zudem gibt es andere Möglichkeiten, wenn es zu Allergiesymptomen kommt. Bei einer verstopften Nase kann eine Nasendusche oder ein Nasenspray sinnvoll sein. Wenn die Verstopfung sich auflöst, läuft das Blut auch besser ab und die durch die Allergie verursachten Augenringe können wieder verschwinden. Auch entzündungshemmende Augentropfen können sowohl vorbeugend als auch im akuten Fall helfen.

Bei bereits eintretenden Allergiesymptomen oder zur Vorbeugung können Sie auch Allergietabletten bzw. Antihistaminika einnehmen. Hierbei ist zu beachten, dass manche Antihistaminika Schläfrigkeit verursachen und daher eher nicht tagsüber eingenommen werden sollten.

Bild einer Verpackung von Lorano Pro

Die Allergietabletten von Lorano Pro verursachen keine Schläfrigkeit

Ein Wirkstoff, auf den das nicht zutrifft, ist Loratadin. Dieser wirkt bei Allergien, ohne dass man davon schläfrig wird. Loratadin ist beispielsweise in den rezeptfrei in der Apotheke erhältlichen Tabletten von Lorano (oder Lorano Pro) enthalten. Ich persönlich habe damit gute Erfahrungen bei Hausstauballergie gemacht und habe nie Nebenwirkungen verspürt.

Fazit

Wir haben in diesem Artikel gesehen, dass Augenringe durch Allergien entstehen können. Die gute Nachricht ist, dass es sich in diesem Fall nicht um angeborene Augenringe handelt und die Lage alles anderes als hoffnungslos ist. Wenn Sie die Allergie in den Griff bekommen, verschwinden auch die Augenringe. Sie sind ein weiteres Symptom der Allergie, aber kein eigenständiges Problem.

Bei einer Hausstauballergie gibt es einige Möglichkeiten, diese einzudämmen. Wenn Sie eine Umgebung schaffen, in der sich Hausstaubmilben weniger wohl fühlen, können auch durch eine Hausstauballergie ausgelöste Augenringen wieder verschwinden. Bei einer Pollenallergie ist es aber schwerer, da wir hier viel weniger Kontrolle über deren Auftreten haben. In diesem Fall geht es vor allem darum, die Symptome in den Griff zu bekommen.